Aug 232015
 
 oder wenn aus Kohle Gold wird  … 🙂
U2- Zooropa
Wo einst die Bagger das Sagen hatten
  Seit 7 Jahren dokumentiere ich fotografisch in meinen Ferienzeiten den Wandel eines Tagebaugebietes  zu einem Naturparadies und Naherholungszentrum einer „geplagten Bevölkerung“. Als Kind war ich oft zu Besuch bei meiner Verwandschaft in Bitterfeld und kann mich noch sehr gut an die verrußte  und nach Chemie stinkende Luft erinnern, wenn der Bus in Bitterfeld einfuhr. Nichts desto trotz war ich dank meiner Verwandschaft sehr gerne hier. Heute präsentiert sich die Umgebung von Bitterfeld in völlig neuem Gewand. Die Eingriffe in die Natur, nachfolgenden Renaturierungsmassnahmen aber auch Naturkatastrophen haben eine völlig neue Schöpfung auf den Plan gerufen, bei der ich die Möglichkeit hatte, von ihrer Geburtsstunde bis zum mittlerweil imposanten Erscheinungsbild  fotografieren zu können. Die Bilder haben zwar teilweise schlechte Qualität ( da mit allem möglichen, gerade zur Verfügung stehenden Gerätschaften aufgenommen), zeugen aber trotzdem von dem Überlebenswillen einer zutiefst gestressten Region. Wo einst die Bagger das Sagen hatten, wird heute nach Herzenslust geplanscht und große Festivals gefeiert. Aber auch Naturreservate kommen nicht zu kurz. Die “ Goitzsche“, auch Bernsteinsee genannt, ist ein sogenanntes Tagebaurestloch, welches im Jahr 1999  mit der Flutung begann . Durch das Hochwasser im Jahr 2002 vermischte sich der See mit Muldewasser sodass dieser Prozess um viele Jahre abgekürzt wurde. Da normalerweise solche Seen stark versauert sind, ist eine Nutzung als Badesee nicht geeignet. Durch die Vermischung mit dem Muldewasser entwickelte sich aber ein mittlerweile nahezu neutraler Wert. Seit 2004 ist der See Badegewässer und gehört zu etwa einem Drittel dem BUND. Wunderschöne Strandabschnitte, die völlig unterschiedlich gestaltet sind, mal tropisch, mal eher an die dänische Ostsee oder Friesland erinnernd als auch völlige Ruhezonen, die aber trotzdem alle frei zugänglich sind, säumen den Rand der Goitzsche. Tolle Lokale und auch umfassende Angebote für Umweltaktivisten haben sich hier angesiedelt- Da die ursprüngliche Region durch den jahrelangen Raubbau ihre eigentliche Identität eingebüßt hat, macht sich jetzt Multikulti breit. Eine bayrische Hütte darf auch nicht fehlen. Wem das zu geschmacklos ist, schaut eben auf`s Wasser 🙂 . Segelboote und kleine Yachten in den vielen Häfen lenken vom „Stilbruch“ ab. Zukünftig träumt Bitterfeld vom Bernsteinglück, da Exemplare dieses Harzes gesichtet wurden. (Sie können´s nicht lassen 😉 . ) Ob die Vorkommen reichen, dass sich die Förderung lohnt, ist noch unklar. Eine Bernsteinvilla gibt´s schon mal. Die ehemalige Fabrikantenvilla dient heute als Nobelhotel und Restaurant. Die Region wirbt mit Industrietourismus. Liebhaber nostalgischer Industrieanlagen und Geschichtsinteressierte kommen hier voll auf ihre Kosten. Viele weitere Seen mit völlig unterschiedlichem Flair warten auf ihre Erkundung. In den nächsten vier Wochen stelle ich noch Bilder zu diesem Thema ein und schließe damit meine Reportage ab

zu

 

INDUSTRIEGESCHICHTE. LANDSCHAFTSWANDEL. ENERGIEZUKUNFT.

 

 

  One Response to “Die Schönheit von Bitterfeld”

  1. […] dann ein grüner Algenteppich ausbreitet. Mit dem Fahhrad ist man aber schnell am Nachbarsee- der Goitzsche. Dort ist dann Bade-Vergnügen […]

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