Sep 052018
 

Einsamer geht nicht


So langsam neigt sich meine Italienreise dem Ende zu – auch wenn noch viele traumhafte Ortschaften in diesem Land auf ihre Eroberung warten. Zum Abschluss will ich mich nun doch noch einmal den Bergen widmen. Inzwischen habe ich meine Wanderung durch die wundervolle Cardinello Schlucht an der schweizerisch italienischen Grenze nachgeholt.

Während man noch unmittelbar im Ausgangsörtchen Montesplüga bei schönem Wetter das Gefühl hat, dass sich hier die ganze Wanderwelt trifft, ist man spätestens nach ca. 1 km Wanderung auf der Route Via Splüga – Isola vollkommen auf sich selbst gestellt und die einzigsten Begleiter sind nur noch wunderschöne Falter, Murmeltiere, hin und wieder ein paar Rinder und Ziegen.

Nachdem ich zunächst im Ort Montespluga den Wanderschildern der Via Splüga in Richtung Isola folgte, ging es über ein kleines Brückchen rechts vorbei am teilweise bizarr anmutenden und einer Mondlandschaft nicht unähnlichen Lago di Montesplüga, an dessen Ende sich eine lange Staumauer befindet. Ein bisschen erinnert mich die Landschaften an die keltischen Sagen. Wer tropische Vielfalt sucht, ist hier sicher fehl am Platz. Vielmehr besticht die karge Landschaft mit Geröllhalden und seltsamer Stille. Um so mehr fällt der künstlich angelegte türkisfarbene Lago di Montespluga ins Auge und man nimmt nur noch das Zirpen der Grillen, Flattern der Schmetterlinge und das Pfeifen der Murmeltiere war. Selbst eine Kreuzotter mit ihrer charakteristischen Zickzackfärbung schlängelte sich mir vor die Füße.

Da der Weg offensichtlich nicht allzu oft betreten wird, führt die angegebene Wanderroute auch mitten durch eingezäunte Almen und man findet sich auf einmal inmitten einer Kuh- und Rinderherde wieder. Neugierig glotzen mich große Bullenaugen an. Jetzt hilft nur noch das Gebet. Aber die Markierung weißt mir eindeutig den Weg durch die Weide. Also versuche ich ihn in friedlicher Koexistenz mit den Rindviehchern zu gehen… – und sie haben ihn mich tatsächlich ungeschoren passieren lassen.

Nach ca. 5 h habe ich mein Ziel „Isola“ erreicht. Von hier aus konnte ich dann mit dem Bus zurück nach Splügen in Graubünden fahren, wo ich ja mein Lager aufgeschlagen hatte. Inzwischen bedient sogar der Flixbus diesen wunderschönen Ort und auch unmittelbar on Location herrscht ein gut ausgebautes Busnetz.

 

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